TESTO DEL LIED

"An Marien"
di anonimo

Was gleichet der Lust, die in Busen mir lebt,
Wenn deine Gestalt vor dem Auge mir schwebt!
Vernehm' ich von dir nur den leisesten Ton,
So wallt in dem Herzen die Freude mir schon.
Wie ist mir so heimlich und wohlig zu Mut,
Wenn liebend dein Blick auf dem meinigen ruht!
Wie fühl' ich der himmlischen Wonne Genuß,
Wenn du mich umarmeßt mit feurigem Kuß!
Zu Göttern erhebt mich dein zärtlicher Sinn,
Und zieht mich auf Wogen der Liebe dahin.
Beglückter auf Erden ist Niemand, wie ich,
Umschließ' ich, Marie, du herrliche! dich.
Doch armer Betrogner, was träumest du dir?
Betrug nur und Täuschungen wohnen bei ihr.
Sie spielet mit Schwüren, sie spottet der Treu.
Ach längst sind die Zeiten der Wonnen vorbei.
Meineidig verletzt sie die heilige Pflicht;
Ich suche Marien und finde sie nicht.
Seit ich sie verlor, ist die Schöpfung mir leer,
Und keine der Freuden besuchet mich mehr.
Treulose, so lieb' und beglücke du dann
Ihn mehr, als mich selbst, den geliebteren Mann.
Marie, mit dir ist entschwunden mein Glück,
Nie kommt es, Marie, nie kommt es zurück!