TESTO DEL LIED

"Der Nebelgeist"
di Karl Ludwig von Woltmann (1770-1817)

Der Buhle sitzt und ächzet traurig
Am alten Eichenstamm voll Moos:
Süß Gretchen komm! die Nacht ist schaurig;
O hätt' ich dich auf meinem Schoos!
Es graußt ihn an im Nebelschwarme,
Vernehmlich tönt des Geistes Gruß:
"Süß Gretchen, ruh' in meinem Arme,
Mein Arm ist sanft, und zart mein Kuß!"
O nein, o nein, dein Kuß ist schaurig.
Mein Wilhelm harrt am Stamm voll Moos.
Sein Kuß ist warm; dort sitzt er traurig,
Ach, Nebelgeist, ach laß mich los!
Der Buhle springt herzu voll Schrecken,
Er hascht umsonst den Nebelschwarm;
Die Nebel, die ihn flatternd necken,
Ermüden bald des Buhlen Arm.
"O, Tor, flugs tummle dich von hinnen,
Ich küße jetzt ihr Mündlein rot,
Ich schmeichle hold süß Liebchens Sinnen,
Hinweg, sonst packet dich der Tod!"
Ach, Wilhelm, rette dich von hinnen,
Ich will dir treu auf ewig sein! -
Da kräht der Hahn und Schimmer rinnen
Ins Nebeltal mit Dämmerschein.
Der Geist entflieht voll schwarzer Tücke,
Süß Liebchen ächzt vor Höllenschmerz,
Es schließt im Morgenrot die Blicke,
Und seinem Wilhelm bricht das Herz!